Interview mit Peter Gerfen, dem Gründer der Aktion „Kindersportcamp (KSC)“

Quelle: Schülerzeitung – Im Rahmen eines Vortrags in Minden (2016)

Herr Gerfen, wie sind Sie auf die Idee eines Fitnesscamps für Kinder gekommen?

Peter Gerfen – Gründer des Kindersportcamps

Die Idee entstand bereits nach dem Ende meiner Handballkarriere. Seinerzeit lag mein Fokus noch sehr auf den Handballsport. Mit Beginn des Sportstudiums wuchs jedoch immer mehr der Wunsch in mir, Kindern eine ganze Palette an sportlichen Möglichkeiten anzubieten.

Welcher Erfahrungswerte haben Sie mit Ihrem Team aufzuweisen?

Die Camps hatten ihren Ursprung bereits vor knapp 10 Jahren mit der damaligen Namensgebung „Better Play“. In den Folgejahren haben wir uns auf Grund meiner Handballkontakte in Skandinavien stark auf die Ausrichtung von Camps für isländische Jugendgruppen konzentriert. In der jüngeren Vergangenheit wurde uns in unseren „Meine Stadt wird fit“ Fitnesscamps für Erwachsene immer stärker bewusst, wie wichtig eine frühkindliche Förderung ist. Beispielsweise können sich so spätere koordinative Einschränkungen verhindern lassen. In unseren Erwachsenen Camps mussten wir feststellen, dass selbst einfache Bewegungsabläufe wie der Hopserlauf oder Rückwärtslaufen für viele Menschen ein echtes Problem darstellen. Ein weiterer nicht unwesentlicher Grund, neben all den gesundheitlichen Aspekten sich sportlichen Herausforderungen zu stellen ist, dass eine motorische Förderung zu mehr Erfolg in der Schule führt. Ganz zu schweigen von einer besseren Selbstwahrnehmung und eines gesteigerten Selbstvertrauens. Sport macht stark, auch für das Leben.

Gibt es in Ihrem Camp neben dem Handballsport noch weitere Aktivitäten für die Kinder?

Ja, wir haben neben dem Modul „Ballsport“, auch ein umfangreiches kindergerechtes Bewegungsprogramm in unserem Angebot.
Populäre Sportarten wie Fußball oder Handball, werden ergänzt mit einem für Kinder entwickelten Fitnesstraining.

Was ist denn das besondere an Ihrem Konzept?

Wir fokussieren uns nicht nur auf einzelne Sportarten, sondern sehen die sportliche Entwicklung eines Kindes ganzheitlicher. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie wichtig es ist, auch mal über den Tellerrand seiner Sportart hinauszusehen. Ein Fußballer profitiert von den Bewegungsabläufen eines Handballers und andersherum. Ich selbst habe in meiner Kindheit neben dem Handball, Leichtathletik betrieben und Tischtennis gespielt. Geschult wurden dabei die Reaktionsfähigkeit, Schnellkraft und Ausdauer. Also alles Komponenten, die auch im Ballsport von großer Bedeutung sind.

Muss denn ein Kind besondere Fähigkeiten mitbringen, wenn es sich für ein Kindersportcamp anmeldet?

Nein, unser Camp ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Wir teilen die Gruppen nach Vorkenntnissen und Leistungsstärke ein. So ist ein optimaler Lernprozess für jedes Kind garantiert.

Wie alt muss ein Kind sein, um an Ihrem KSC teilnehmen zu können?

Die Altersspanne liegt zwischen 6-13 Jahre. Die Gruppen werden in Doppeljahrgängen aufgeteilt.

Was versteht man denn unter Ihrem Zwergenclub?

Wir sind sehr stolz darauf, auch die ganz Kleinen von 2-5 Jahren betreuen zu dürfen. Viele Eltern sind mit dem Wunsch an uns herangetreten für jüngere Kinder, oftmals Geschwisterkinder von KSC Teilnehmern, ein Programm anzubieten. Ein qualifiziertes Team betreut die Kleinen. Natürlich achten wir sehr darauf, dass die Kleinkinder nicht überfordert werden.

Wo finden die Camps statt und wie kann man sich anmelden?

2016 starten wir in der letzten Sommerferienwoche in Oberhausen. Nach und nach werden wir analog zu unseren „Meine Stadt wird fit“ Kursen unsere Kindersportcamps in vielen Städten deutschlandweit anbieten.
Anmeldungen können über unsere Homepage www.kindersportcamp.de getätigt werden.

Eine persönliche Frage zum Abschluss des Interviews. Wie fördern Sie Ihre eigenen Kinder? Achten Sie sehr streng darauf, dass sie sich sportlich betätigen?

(lacht) Nein, ich bin ganz sicher nicht der strenge Papa, der seine Kinder zum Sport treibt und womöglich noch seine eigene Profilneurose ausleben muss. Leider ist das allgemein jedoch nicht selten der Fall. Bei uns geht es sehr entspannt zu. Mein Großer wird im April sechs Jahre. So ganz kann er sich noch nicht entscheiden zwischen Fußball und Handball. Ganz egal welchen Weg er auch wählt, seine Eltern sind natürlich immer für ihn da um ihn zu unterstützen. Wichtig sind mir jedoch eine gesunde Ernährung und ein ganz natürlicher Bewegungsdrang unserer Söhne. Kinder finden ihren eigenen Weg, wir sollten sie dabei gut unterstützen, aber niemals überfordern. Andernfalls geht der Spaß sehr schnell verloren. Freude am Spielen, eine gesunde Neugier und Unbekümmertheit sollten das Leben unsere Kinder prägen.

Vielen Dank für das Interview, das war ein schöner Schlusssatz.

Sehr gerne, es war mir eine große Freude.